Vermögenswirksame Leistungen im Bausparvertrag: Arbeitgeberleistung, Sparrate und Förderung optimal abstimmen
Vermögenswirksame Leistungen werden häufig verschenkt. Manche Beschäftigte fragen ihren Arbeitgeber gar nicht erst nach einem Zuschuss. Andere lassen einen kleinen Betrag einzahlen, obwohl sie die Sparrate mit einer eigenen Zuzahlung sinnvoll ergänzen könnten. Zusätzlich bleiben staatliche Fördermöglichkeiten ungenutzt.
Ein Bausparvertrag kann Arbeitgeberleistung, eigene Sparbeiträge und Förderungen miteinander verbinden. Allerdings muss der Tarif zur gewünschten Sparrate und zum späteren Verwendungszweck passen. Ein hoher Bausparbetrag ist nicht automatisch besser, wenn die monatlichen Einzahlungen zu niedrig sind. Deshalb sollten Sie zuerst den verfügbaren Monatsbetrag berechnen und erst danach die Bausparsumme wählen.

Schritt 1: Arbeitgeberleistung verbindlich klären
Ob und in welcher Höhe Ihr Arbeitgeber vermögenswirksame Leistungen zahlt, kann sich aus einem Tarifvertrag, einer Betriebsvereinbarung oder Ihrem Arbeitsvertrag ergeben. Erfragen Sie deshalb zunächst den monatlichen Arbeitgeberbetrag. Lassen Sie sich außerdem bestätigen, welche Unterlagen die Personalabteilung benötigt.
Üblicherweise überweist der Arbeitgeber die vermögenswirksamen Leistungen direkt an den Anbieter. Sie erhalten das Geld daher nicht einfach mit dem Nettogehalt zur freien Verwendung. Die Seite zu vermögenswirksamen Leistungen im Bausparvertrag erläutert die grundlegende Funktionsweise.
Schritt 2: Arbeitgeberbetrag gezielt aufstocken
Zahlt der Arbeitgeber weniger als den gewünschten Sparbetrag, können Sie die Differenz häufig aus dem eigenen Gehalt ergänzen. Dadurch wächst das Bausparguthaben schneller. Außerdem kann die regelmäßige Einzahlung besser zum gewählten Tarif passen.
Ein wichtiger Orientierungswert für die Arbeitnehmersparzulage beim Bausparen sind 470 Euro begünstigte vermögenswirksame Leistungen pro Jahr. Um diesen Betrag vollständig zu erreichen, wären durchschnittlich rund 39,17 Euro pro Monat nötig. Zahlt Ihr Arbeitgeber beispielsweise 20 Euro, könnten Sie die Differenz von etwa 19,17 Euro selbst ergänzen.
Beispiele für die monatliche Aufstockung
Die Tabelle zeigt lediglich die Abstimmung auf den jährlichen Förderhöchstbetrag. Ihr Bauspartarif kann einen höheren Regelsparbeitrag vorsehen. Deshalb kann eine zusätzliche Einzahlung sinnvoll sein, obwohl der förderfähige Betrag bereits erreicht wurde. Umgekehrt sollten Sie nicht mehr einzahlen, als Ihr Haushaltsbudget langfristig erlaubt.
Schritt 3: Arbeitnehmersparzulage prüfen
Für begünstigte Einzahlungen in einen Bausparvertrag beträgt die Arbeitnehmersparzulage neun Prozent von höchstens 470 Euro jährlich. Daraus ergibt sich nach der gesetzlichen Rundung eine maximale Zulage von 43 Euro pro Jahr. Maßgeblich ist das zu versteuernde Einkommen. Die Einkommensgrenze liegt bei 40.000 Euro für Alleinstehende beziehungsweise 80.000 Euro bei Zusammenveranlagung.
Die Zulage wird nicht automatisch mit der monatlichen Lohnabrechnung ausgezahlt. Sie wird grundsätzlich im Zusammenhang mit der Einkommensteuererklärung beantragt und anhand der elektronischen Vermögensbildungsbescheinigung geprüft. Weitere Einzelheiten finden Sie in der Erklärung zur Arbeitnehmersparzulage beim Bausparen.
Zusätzlich die Wohnungsbauprämie berücksichtigen
Neben der Arbeitnehmersparzulage kann die Wohnungsbauprämie relevant sein. Sie beträgt zehn Prozent der begünstigten Aufwendungen. Für Alleinstehende werden bis zu 700 Euro jährlich berücksichtigt, für zusammenveranlagte Ehegatten bis zu 1.400 Euro. Daraus ergeben sich mögliche Höchstprämien von 70 beziehungsweise 140 Euro.
Auch hier gelten Einkommensgrenzen. Maßgeblich ist grundsätzlich ein zu versteuerndes Einkommen von höchstens 35.000 Euro bei Alleinstehenden beziehungsweise 70.000 Euro bei zusammenveranlagten Ehegatten. Außerdem müssen die gesetzlichen und vertraglichen Verwendungsregeln beachtet werden. Die Seite zur Wohnungsbauprämie beim Bausparvertrag bietet dazu eine weitere Orientierung.
Behandeln Sie Arbeitnehmersparzulage und Wohnungsbauprämie nicht als automatisch doppelte Förderung derselben Einzahlung. Lassen Sie prüfen, welche Beiträge welcher Förderung zugeordnet werden können und welche Anträge erforderlich sind.
So wählen Sie eine passende Bausparsumme
Ein häufiger Fehler besteht darin, einen großen Vertrag mit einer sehr kleinen Sparrate zu verbinden. Dadurch kann sich die Zuteilung erheblich nach hinten verschieben. Berechnen Sie deshalb zunächst, wie viel Arbeitgeberleistung und Eigenbeitrag pro Jahr zusammenkommen. Anschließend prüfen Sie, welches Guthaben bis zum gewünschten Finanzierungstermin erreichbar ist.
Berücksichtigen Sie außerdem, ob Sie das spätere Bauspardarlehen tatsächlich benötigen. Wer hauptsächlich die vermögenswirksamen Leistungen nutzen möchte, braucht möglicherweise einen anderen Tarif als jemand, der in einigen Jahren eine Modernisierung finanzieren will. Ein Vergleich aktueller Bausparverträge sollte daher Spar- und Darlehensphase gemeinsam betrachten.
Checkliste für die Einrichtung
Erfragen Sie zunächst Ihren Arbeitgeberzuschuss. Prüfen Sie danach, ob eine eigene Aufstockung möglich ist. Vergleichen Sie anschließend Abschlussgebühr, Regelsparbeitrag, Guthabenzins und Darlehenszins. Außerdem sollten Sie die Förderfähigkeit sowie die Einkommensgrenzen kontrollieren.
Nach der Auswahl reichen Sie die Vertragsdaten bei der Personalabteilung ein. Kontrollieren Sie auf der ersten Abrechnung, ob der richtige Betrag überwiesen wurde. Die Anleitung, wie vermögenswirksame Leistungen in einen Bausparvertrag eingezahlt werden, unterstützt Sie bei den nächsten Schritten.
Fazit: Erst Sparrate berechnen, dann Vertrag auswählen
Vermögenswirksame Leistungen sind besonders wirkungsvoll, wenn Arbeitgeberzuschuss, Eigenleistung, Förderung und Tarif zusammenpassen. Entscheidend ist nicht die größte Bausparsumme, sondern eine realistische Sparrate, die Sie dauerhaft einhalten können.
Prüfen Sie deshalb zunächst Ihren Anspruch beim Arbeitgeber und berechnen Sie den gewünschten Eigenanteil. Vergleichen Sie danach geeignete Tarife über den Bausparvertrag-Vergleich. So vermeiden Sie einen überdimensionierten Vertrag und nutzen Ihre möglichen Förderansprüche gezielter.
